Bauwende Camp 2026 Naemi Sünderhauf Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
Bauwende Camp 2026
Bauwende Sachsen: Gemeinsam anpacken

Die Bauwende Sachsen ist ein Gemeinschaftsprojekt von zwei Vereinen aus Sachsen: dem Bauzirkel Leipzig (Verein für ökologisches Bauen e.V.) und dem Team Zirkuläres Bauen aus Dresden (bau&wesen e.V.). Gemeinsam haben sie mit der Bauwende Sachsen eine Vernetzungsplattform geschaffen, auf der sich Akteure eintragen können, die sich mit der Bauwende beschäftigen. Auch das Büro für Städtebau ist auf der Karte eingetragen: https://bauwende-sachsen.de/karte

Die Bauwende Sachsen beschreibt die Bauwende als die Aufgabe, die Baubranche zu einem klimaneutralen und nachhaltigen Wirtschaftszweig umzugestalten. Um diese Aufgabe anzugehen, vernetzen die Vereine Akteure und veranstalten dieses Jahr zum dritten Mal das Bauwende Camp.

Drei Tage Austausch in der Heymannbaude

Dieses Jahr fand das Camp vom 12. bis 14. Juni in der Heymannbaude in Kleinhennersdorf statt. Die Heymannbaude ist ein Kulturort, der seit 2023 von dem Verein „Kulturbaude und Landkunst e.V.“ wiederbelebt und saniert wird. Die Baude bietet Raum für kulturelle Veranstaltungen, Workshops und Feiern.

Die Vorträge waren in drei Themenblöcke eingeteilt:

  • Ressourcenschutz, Umbaukultur und Kreislaufwirtschaft
  • Arbeitskulturen und soziale Nachhaltigkeit
  • Bildung, Forschung und Praxis
Material, Umbau und neue Arbeitsweisen

Im ersten Themenblock stellte unter anderem Jurek Brüggen seine Arbeit vor. Die AFEA Association for Ecological Architecture praktiziert eine Umgestaltung der Arbeitskultur von Architekt*innen, indem sie für aktuelle soziale und politische Problemstellungen Konzepte entwickeln.

In Stendal entwickelte das Team beispielsweise ein Konzept, um die Qualitäten des Einfamilienhauses in einen Plattenbau zu bringen. Mit diesem Konzept wurde der Abriss der Platte verhindert und der Umbau findet gerade statt.

Wer baut – und unter welchen Bedingungen?

Im Themenblock Arbeitskulturen und soziale Nachhaltigkeit stellte unter anderem Prof. Worbs von der Uni Zittau/Görlitz seine Arbeit vor. Er forscht zu den Themen digitale Erfassung, Dokumentation und Präsentation von Umgebindehäusern.

Ana Bisbicus, Lehrende an der Uni Kassel am Fachgebiet Architektur, Stadt, Ökonomie, berichtete von einem Seminar, in dem Studierende die Arbeitskulturen auf der Baustelle untersuchen: Wer baut? Und unter welchen Bedingungen?

Vom Strohballenbau bis zur Holzschindel

Im dritten Themenblock stellte Florian Hoppe von Z-Architektur GbR seine Arbeitspraxis vor. Er plant Strohballenhäuser, bei denen Stroh nicht nur als Dämmstoff genutzt wird, sondern als tragende Wände eingesetzt wird. Projekte des Büros sind zum Beispiel ein temporäres Klassenzimmer in Weimar oder ein Wohnhaus.

Zum Abschluss gab es Workshops, bei denen man handwerklich aktiv werden konnte. Robin Lindner vom Kammhaus Erzgebirge gab einen Einblick in handgemachte Holzschindeln.

Vernetzung als Teil der Bauwende

Insgesamt hat sich an dem Wochenende gezeigt, dass die Bauwende eine Gemeinschaftsaufgabe ist. Fragen nach dem richtigen Material, ein Umdenken in der Praxis und faire Arbeitsbedingungen sollten zusammenspielen.

Die Bauwende Sachsen hat ein inspirierendes Programm zusammengestellt und einen Raum geschaffen, in welchem sich alle Menschen austauschen konnten.

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