1. Preis Wettbewerb Neue Ortsmitte Gesees 9.5.2026 Kira Brandt Naemi Sünderhauf Marc Rennfleisch Büro für Städtebau GmbH Chemnitz
Gesees gestaltet seine Zukunft: Architekturwettbewerb markiert Meilenstein für neue Ortsmitte

Ein bedeutender Schritt in der Entwicklung der Gemeinde Gesees wurde am vergangenen Samstag gefeiert: Mit der Preisverleihung und der Eröffnung einer Ausstellung in den Räumen von Hertel Möbel fand der Architekturwettbewerb zur Neugestaltung der Ortsmitte seinen erfolgreichen Abschluss.

Bürgermeister Harald Feulner sprach bei der Veranstaltung in Anwesenheit zahlreicher Bürgerinnen und Bürger vom „aktuell bedeutendsten Augenblick unserer Gemeinde“. Tatsächlich wurden mit der Entscheidung für ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) wichtige Weichen für die zukünftige Ortsentwicklung gestellt. Das Konzept bildet die Grundlage für Fördermittel aus der Städtebauförderung und schafft damit die Voraussetzung für die Umsetzung umfangreicher Maßnahmen.

Siegerentwurf kommt aus Chemnitz

Den ersten Preis des Architekturwettbewerbs erhielt das Büro für Städtebau GmbH Chemnitz. Das Team überzeugte die Jury mit seinem Entwurf zur Neugestaltung der Ortsmitte und wurde dafür mit einem Preisgeld von 32.000 Euro ausgezeichnet. Die Resonanz auf den Wettbewerb war groß: Über 60 Bewerbungen aus ganz Deutschland gingen ein. Da nur 15 Büros zugelassen wurden, musste die Auswahl per Losverfahren bei einem Notar erfolgen.

Begleitet wurde der Wettbewerb fachlich vom UmbauStadt PartGmbB. Architekt Vinzenz Dilcher lobte die hohe Qualität aller eingereichten Arbeiten und bezeichnete den Wettbewerb als einen wichtigen Meilenstein für die Gemeinde. Besonders hervorgehoben wurde die konstruktive Zusammenarbeit zwischen den Planungsbüros, der Gemeinde und dem Preisgericht.

Neue Ortsmitte mit Dorfplatz und Grünraum

Das Siegerkonzept des Chemnitzer Architekturbüros sieht eine klare Zweiteilung der Ortsmitte vor: Im Zentrum entsteht ein neuer, baulich gefasster Dorfplatz, ergänzt durch einen großzügigen, intensiv begrünten Grünraum hinter den bestehenden Gebäuden. Bestehende Strukturen wie Scheune, Werkstatt und das sogenannte Ziegelhaus sollen erhalten und sinnvoll in das neue Ensemble integriert werden.

Geplant ist ein lebendiger Dorfkern mit vielseitiger Nutzung: Das Ziegelhaus könnte künftig als Laden genutzt werden, während die Scheune mit ihrem Gewölbekeller Raum für Veranstaltungen bieten soll. In der Werkstatt ist ein Mehrgenerationentreff mit Ausschank vorgesehen. Ergänzt wird das Konzept durch attraktive Freiflächen wie einen Sandspielplatz, eine Wasserspielfläche sowie Aufenthaltsbereiche entlang eines neuen Rad- und Wanderwegs.

Bürgerbeteiligung als Grundlage

Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts war die enge Einbindung der Bürgerinnen und Bürger. Die geplanten Nutzungen der Gebäude spiegeln die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung sowie die Beratungen im Gemeinderat wider. Damit soll sichergestellt werden, dass die neue Ortsmitte nicht nur architektonisch überzeugt, sondern auch den Bedürfnissen der Gemeinde entspricht.

Umsetzung ab 2028 möglich

Wie Bürgermeister Harald Feulner erklärte, wird das prämierte Konzept die Gemeinde in den kommenden Jahren intensiv begleiten. Die nun vorgestellte Vorplanung soll in den nächsten Schritten weiter verfeinert und abgestimmt werden. Wenn alle Planungs- und Förderprozesse planmäßig verlaufen, könnte bereits im Jahr 2028 die Ausschreibung für das Bauprojekt starten.

Das Investitionsvolumen wird auf fünf bis sechs Millionen Euro geschätzt. Die Gemeinde hofft dabei auf eine Förderung von bis zu 60 Prozent aus der Städtebauförderung. Durch die Teilnahme am Programm „Innen statt Außen“ könnte sich dieser Zuschuss sogar noch erhöhen.

Mit dem Siegerentwurf ist für Gesees ein zukunftsweisendes Konzept entstanden, das Tradition und moderne Ortsentwicklung miteinander verbindet. Die Gemeinde schafft damit die Grundlage für eine attraktive, lebendige und grüne Ortsmitte – ein Projekt, das die Entwicklung des Ortes langfristig prägen dürfte.

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