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Kammergruppenabend und Baustellenbesuch bei der Gemeingut eG

Kooperatives Wohnen – wie wollen wir künftig wohnen – und welche Rolle können Architektinnen und Architekten dabei spielen?

Am 30.06.2026 versammelten sich Mitglieder der Kammergruppe Chemnitz in den Räumen des Wohnxperiums Chemnitz für einen Abend, der dem gemeinschaftlichen Wohnen gewidmet war. Roman Grabolle gab zuerst einen Impulsvortrag über seine Arbeit. Er ist in verschiedenen Rollen innerhalb von Sachsen aktiv, um Wohngruppen zu beraten. Gemeinsam mit Kolleg:innen betreut er das Beratungsangebot „Kooperatives Wohnen Chemnitz“, welches vom Stadtplanungsamt gefördert wird. So können sich Interessierte kostenlos beraten lassen, um einen Weg zu einem gemeinschaftlichen Wohnprojekt zu finden. Das Kooperative Wohnen Chemnitz hilft beispielsweise bei der Findung einer Rechtsform – Genossenschaft oder Verein, aber auch bei der Vermittlung von geeigneten Immobilien. Sie betreuen Gruppen von der allerersten Anlaufberatung bis hinein in die Bauphase.

Die Dezentrale Sachsen bietet Beratungsangebote für den ländlichen Raum in Sachsen an. Dabei findet man auf deren Webseite zahlreiche Wissenssammlungen für Kommunen, Wohnprojektinteressiertem sowie für Wohnungsunternehmen.

Gemeinschaftliches Wohnen kann verschiedene Formen haben. In größeren Städten ist vor allem der Druck von steigenden Mieten ein Anreiz andere Wohnformen zu entwickeln. Für viele ist ein gemeinschaftliches Wohnprojekt und vor allem das geteilte Eigentum die einzige Chance auf bezahlbaren Wohnraum in der Stadt.

In Chemnitz sind die Mieten noch sehr günstig. Umso wichtiger ist es, diesen Zustand zu schützen.

Baustellenbesuch bei der Gemeingut eG in der Reinhardtstraße 22

Nach dem Vortrag von Roman Grabolle und einer Diskussion konnte die Baustelle der Gemeingut eG in der Reinhardtstraße 22 besucht werden. Die Gemeingut eG ist eine Genossenschaft, die seit 2023 besteht und sich zum Ziel gesetzt hat langfristig günstige und lebenswerte Wohnräume zu schaffen und zu schützen. Ihre Ziele formulieren sie als folgende:

  • Wohnraum der Spekulation entziehen
  • Bezahlbaren, selbstbestimmten Wohnraum schaffen
  • Förderung gemeinschaftlicher Aktivitäten im Stadtteil
  • Bausubstanz erhalten und nachhaltig sanieren

Die Immobilie der Reinhardtstraße wurde damals von dem Kooperativen Wohnen Chemnitz an die Wohngruppe vermittelt. Die Gruppe kaufte die Immobilie der GGG ab und saniert diese nun, auch mit Eigenleistungen. Das ehemalige Frauenhaus wird acht Wohneinheiten enthalten, welche von den Mitglieder:innen der Genossenschaft nach der Fertigstellung bewohnt sein werden.

Der Umbau eines Gebäudes mit einer Genossenschaft erfordert von Architekt:innen ein gewisses Feingefühl. Roman Grabolle betonte, dass man sich gegenseitig annähern muss.

Die Sanierung und gemeinwohlorientierte Nutzung von Leerstand ist eine Gemeinschaftsaufgabe und wichtig, um eine lebenswerte Stadt zu erhalten!

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