Neue Urbanität Büro für Städtebau GmbH Chemnitz

Wie kann das Leben in der Stadt zukunftsfähig gestaltet werden, wenn gleichzeitig immer mehr Menschen in die Städte ziehen? Nach Schätzungen der Vereinten Nationen werden im Jahr 2050 etwa 70% der Weltbevölkerung in Städten leben – vor allem in den Entwicklungs- und Schwellenländern.[1] Die Industrienationen verzeichnen zwar Schrumpfungstendenzen, doch auch hier zeigt der Trend Richtung Stadt und Urbanität.

Städte sind hochkomplexe Gefüge, geprägt von Häusern, Straßen, Menschen, Autos, hohen Verbrauch an Flächen. Seit Beginn der Zivilisation stehen Städte für Innovation und Fortschritt, sie sind Reallabore und Entwicklungszentren für alle, die den Wunsch nach einer hohen Lebensqualität verwirklichen wollen. Als Zentren für Wirtschaft und Märkte mit Waren und Dienstleistungen versorgen sie uns mit Dingen des täglichen Bedarfs.[2]

Durch ihre Weltoffenheit zeigen sich viele Städte als sehr divers und interkulturell. Jemand, der:die in die Stadt zieht, findet bessere Bildungschancen, attraktive Arbeitsplätze und ein vielfältiges Freizeit- und Kulturangebot vor. Gleichzeitig stehen sie für Schmutz, Lärm und einer Vielzahl von Menschen mit unterschiedlichsten Bedürfnissen, deren Begegnung auf engstem Raum zu Konflikten führen kann. Wohnraum insbesondere in den innenstadtnahen Lagen wird immer teurer, während der Anteil geringverdienender Bewohner:innen, die an den Stadtrand gedrängt werden, weiter steigt oder junge Familien lieber auf’s Land ziehen. Stadt und Landschaft verschmelzen daher zunehmend.

In einem wachsenden Urbanisierungsprozess verändert sich das Verständnis zwischen Stadt und Landschaft. Letzteres wird dieser immer mehr als Teil von Städten gesehen, weshalb die Nachverdichtung behutsam umgesetzt werden sollte. Grünflächen in Parks, auf Dächern und an Hausfassaden sorgen für eine Durchlüftung und tragen zu einem besseren Stadtklima bei. Beton und Asphalt speichern hingegen Hitze und wärmen Städte auf.

Die steigende Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum bedeutet also gleichzeitig einen höheren Versiegelungsgrad von Böden, Ausbau von Straßen und Parkplätzen. Doch je teurer das Wohnen in den Städten wird, desto attraktiver werden sogenannte alternative Downsizing-Modelle, zumal der Energieverbrauch geringer ausfällt.[3] Diese alternativen, solidarischen Wohnformen können gelingen, wenn sie für alle entsprechend ihren Bedürfnissen zur Verfügung stehen und planetare Grenzen bewahrt bleiben.

Der Klimawandel wird in den Städten entschieden, in denen neben dem Gebäudesektor auch der Verkehr eine erhebliche Rolle einnimmt. Verstopfte Straßen in der Rush-Hour verursachen Lärm, Stress und wirken sich letztlich auch auf unsere Gesundheit aus. Demzufolge wird es in Zukunft wichtig sein, auf die unterschiedlichsten Bedürfnisse der Stadtbewohner:innen einzugehen und ein gutes Leben für alle zu ermöglichen.

[1]  https://www.zukunftsinstitut.de/artikel/urbanisierung-die-stadt-von-morgen/

[2]  Ebd.

[3] https://www.zukunftsinstitut.de/artikel/wohnen/micro-housing-trend-oder-gewachsene-notwendigkeit/

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